Am Abend, wenn sie gehn und die Bäume verlassen - lüften wir den Nebel(,) und streifen durch die Gassen ... - wir schlürfen das Sein und trinken den Wein - direkt von den Reben; es ist die Essens - ein Nehmen und Geben ... -
Am Himmel, dort wo die Schwalben ziehn und die Vögel fliegen - dort brechen wir das Sein; die Hoffnung muss siegen(!) - voll Sehnen und Schmachten, wir nach dem Leben trachten - und können es doch nie sehn ---
Am Abgrund des Seins, dort zwischen Himmel und Erde - lassen wir das Sein vergehn, ohne mit den Augen zu sehn - wie weit es doch gekommen ist ... - wir fassen uns an den Händen, wollen das Warten endlich beenden - doch greifen ins Leere, und die Schwere des Seins - wird uns doch nie halten können ... -
Voll ertrunkener Hoffnung und vergessenem Sein - warten wir an Orten, die doch nur das Schweigen horten - ein Wunschbrunnen der Tränen, an dem wir uns doch aber sicher wähnen - ein Ort vergangenen Seins, das doch niemals sein durfte ... ---
Und mit den Scherben der Hoffnung, in Händen und vor Augen - können es noch immer nicht glauben; und so können sie doch nur gehn - die sie schweigend stehn, und die Bäume betrachten; die sie nach dem Leben schmachten - mit einem lauten Klirren, dass die Gläser zerbersten, inmitten all der Wirren der brechenden Herzen - und sie gebären unter Schmerzen, ... [ ]
19.5.15 Lilly Y L
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