od.: Von Zikaden und Bäumen
Es ist einer jener Orte, wo ich meine Seele gelassen habe -
damals, vor unendlich langer Zeit,
an jenem heißen Sommertag,
lag ich im schattigen Gras
und die Bäume und Zikaden sangen zu mir -
Erst jetzt, wenn ich wieder an jenen geheimen inneren Ort zurückkehre,
fügt sich meine Seele
mit einem leisen Aufseufzen wieder zusammen;
- als hätte ich all die Jahre
einen Teil von mir hier gelassen -
und die letzte untergehende Sonne
liegt warm auf den Ruinen hinter mir ...
Wieder sitze ich auf den Felsen
und überblicke das ganze Land,
den Fluss zu meinen Füßen;
wieder laufe ich durch das halbhohe Gras,
von der Sonne versengt und vom Wind gezaust,
- doch diesmal nur in meiner Erinnerung,
denn noch sind die Berge fast kahl;
Und so tausche ich die Hitze des Sommers
gegen Dunst-verschleierten Frühling
und kalten Wind -
nur die schwächsten Sonnenstrahlen
fallen auf meine kleine heilige Wiese,
und die Bäume werfen lange, dünne Schatten ...
- und doch hat sie noch den gleichen stillen Zauber
wie seit Jahrhunderten.
Endlich ist meine Seele ganz.
Dies ist ein Ort der Ruhe und des Schlafes,
eine stille Wiese, auf der die Bäume immer noch singen,
die dürren Blätter im Wind rascheln ...
- ein Wiegenlied des eisigen Frühlings.
- Und doch ein Ort, an dem es für mich
immer Sommer sein wird. -
21.März 2016 Lilly Y L
No comments:
Post a Comment