Wednesday, July 13, 2022

Regen und Meer





 Regen und Meer

Eine Geschichte über Liebe








Inhalt


Zyklus 1: 

Im Regen

Denn der Regen weint für uns

wenn wir uns im Regen verliern ...

Regen und Meer

Denn der Regen hat noch nie das Meer geliebt

bin ich traurich

"mit Regen, Horizont und Sonnenschein"

Frau des Regens

Die Geschichte von Regen und Meer

"am Anfang war der Regen"

Meer


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Im Regen

(ein verstecktes Liebesgedicht)


Ein Gesicht im Regen,
nass und verbleicht.
Wessen Gesicht?
Ist es dein Gesicht?

Dein Gesicht im Regen,
blass, und nass.
Es ist dein Gesicht
nur deines.

Fern... hinter dem Regen
fern...
so unendlich weit,
verborgen im nassen Regen.

Wo warst du?
Wo ...
hattest du dein Gesicht.
Dort draußen hinter dem Regen.

Ich war da,
doch du warst es nicht.
Lilienhand im Regen ...
im Regen standen wir.

Ich war hier ...
und du warst dort, ...
doch zwischen uns war Regen,
nur dein Gesicht,
dein Gesicht im Regen.
Nur dein Gesicht ist mir geblieben,
dein Gesicht im Regen.

Mehr weiß ich nicht.

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denn der Regen weint für uns

denn der Regen weint für mich
so brauche ich nicht mehr zu weinen,
kann meine Tränen
für mich behalten

 

denn der Regen weint für mich
Träne um Träne
fällt auf meine Wange

es ist aus mit uns
wie den Tränen des Regenbogens
denn der Regenbogen weint nichtmehr

ein schillerndes Tor
spannt sich über die Welt
unserer Tränen,
denn der Regen weint für uns

es ist gut so
denn der Regen weint für uns
und wir brauchen nun nichtmehr zu weinen

es ist gut
denn der Regen weint für uns.

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wenn wir uns im Regen verliern ...


wenn wir uns im Regen verliern
geht auch die Liebe verloren

- werden wir uns wiedersehn?

ich weiß es nicht,
denn niemand kann es wissen ...

wenn sich unsere Hände
im Regen von einander lösen,
werden wir einander
vielleicht niemals wiedersehn,
gehen jeder für sich seine Wege ...

wenn wir uns im Regen verliern,
wirst du die Augen vor mir verschließen
und mich nicht mehr erkennen ...

unsere Hände
beginnen sich zu lösen;
ich kann dich kaum noch sehn,
so dicht ist der Regen;
wir wenden uns von einander ab,
gehen ...

werden wir uns wiedersehn?

ich drehe mich um
und blicke zu dir zurück,
wie du im Regen davongehst -
nur eine undeutliche Silhouette ...

wenn wir im Regen auseinander gehn,
wenn wir uns im Regen verlieren ...

dann werden wir uns niemals wiedersehn.

(und doch lassen wir es geschehn)

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(Regen und Meer)

wenn der Regen ins Meer fällt
wer fängt mich dann auf
wo ich doch das Meer bin
und nicht schwimmen kann

- denn vielleicht werde ich so
im Regen ertrinken

halt mich fest Regen,
lass mich nicht davonschwimmen

denn die Fluten sind zu reißend

wenn du mich jetzt loslässt
komme ich vielleicht
wer weiß wo an
an fernen Ufern

ferne weiße Sandstrände,
Ozeane ...

doch ich bin auch nur ein Meer,
und ein Ozean ist zu groß für mich

- so werde ich vielleicht dann ertrinken

halte mich fest Regen
lass meinen Ärmel nicht los
halte mich fest
denn sonst ist es zu spät

deine Fluten werden mich
hinweg schwemmen
in die ewigen Ozeane der Zeit
werden mich ertränken
und meine salzigen Tränen
erneut zu dir aufsteigen lassen

denn ich bin nur das Meer,
du aber bist der Regen

der mich langsam davonwäscht

doch du hältst mich fest,
Iächelst,
lässt mich nicht gehn -

wäre ja noch schöner
wenn der Regen das Meer
ertränken würde

denn wohin sollte der Regen verschwinden
wenn es kein Meer mehr gibt

doch du hältst mich fest und lächelst
und der Regen fällt weiter
in mein Haar,
meine salzigen Tränen aufsteigend zu deinen,
wieder zu Regen werdend,
wieder zu Tränen,
wenn sie in das Meer falln,
wieder zu Tränen die ich noch weinen kann/
muss,
noch muss
denn du wirst gehn
- denn nicht immer
kann der Regen
über dem Meer verharren
- die andern Lande würden dann verdorrn

so gehst du
und ziehst weiter,
geliebter Regen,
der du das Meer verlässt,
der du aus Meer bist,
der du wieder zu Meer wirst,
- auch ein Meer in mir -
der du wieder zu Meer wirst,
zu Tränen die ich weine
- und doch ein Teil von mir.

Ich liebe dich Regen -

-geh nicht zu lange -

denn auch das Meer
kann auf Dauer
nicht ohne Regen sein

verlass mich nicht,
denn auch der Regen braucht das Meer

und das Meer den Regen,
den es liebt.
Regen,
Regen!
Regen geh nicht fort

denn wenn deine Tränen
meine Oberfläche berührn,
dann bin ich glücklich
wenn deine reißenden Fluten
mich zu ertränken drohn,
dann schwimm ich mit,
immer deiner Hand gewahr,
immer deiner lieben Hilfe,
deiner Nähe in Regen und Meer

(denn beide sind wir Wasser

und so wohl doch nur das selbe) -

nur ein bisschen Salz vielleicht in mir,
ein bisschen Staub in dir

Regen
lass uns einander umarmen

den wir gehörn zusammen,
sind das gleiche Element -

das weißt du
so wie ich

ignorier es nicht
ignorier nicht die Hand
die ich dir hinstreck

denn der Regen liebt noch immer das Meer

und das Meer den Regen
ohne den es nicht sein kann

wenn der Regen ins Meer fällt
und mich
hinfort zu reißen droht,
dann schwimm ich mit,
immer dir hinterher,
Regentropfen,
immer an deiner Hand,
tausend Regentropfen um mich her,
Regen
der du noch immer mich festhältst

ich bin wie das Meer

und du wie der Regen

beide das gleiche Element

ohne einander können wir nicht sein
Regen aus Dunst über Meer,
Meer aus Regentropfen

denn der Regen liebt noch immer das Meer

und das Meer den Regen,
denn ohne ihn kann es nicht sein

Regen,
Regen!
lass mich nicht allein.

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denn der Regen hat noch nie das Meer geliebt

wenn der Regen ins Meer fällt
wer fängt mich dann auf,
denn der Regen hat noch nie das Meer geliebt
und mir wird schwindlig vor diesem Abgrund

wenn der Regen ins Meer fällt(.)
wer fängt mich dann auf,
wo ich doch das Meer bin
und nicht schwimmen kann

denn deine Fluten sind zu reißend
wirst mich ertränken
wenn du mich nicht liebst

doch der Regen hat noch nie das Meer geliebt [...]

wie könntest du für mich fühln,
wie mich vor dem Ertrinken bewahrn,
wenn du doch nichts für mich empfindest (...)

denn dein Fluten sind zu reißend
und so wird das Meer im Regen ertrinken

deine salzigen Trän'n falln auf meine Backe
doch du hast noch nie für mich geweint
- nur ein bisschen Salz in mir,
ein bisschen Staub in dir -
falln deine staubigen Tränen auf meine Wange
zu staubig um echt zu sein
- denn du hast noch nie für mich empfunden,
hast noch nie für mich gefühlt (...)

denn das Meer dachte immer,
dass es der Regen liebt,
und so hat es den Regen geliebt,
hat ihm all seine Tränen geschenkt

doch der Regen hat es nie geliebt
hat nie für es empfunden
- und doch hat er es ihr niemals gesagt
als dass es nicht geht mit Regen und Meer
als vielleicht nichtmal (ein) warum

und so hat sie immer gedacht,
dass der Regen das Meer liebt
und das Meer den Regen (...)

doch wie könnte er auch
bei so viel Salz,
zu salzig für ihn (...)
... als nur ein bisschen Staub in dir
ein bisschen Salz in mir ...

denn das Meer liebt noch immer den Regen
er aber hat sie nie geliebt,
hat es ihdr bloß niemals gesagt.

(und so denkt sie noch heute:
der Regen liebt das Meer,
das Meer den Regen;
wie schade dass es ihr niemand gesagt hat (...)

denn wer fängt mich nun auf,
wo ich doch das Meer bin
und du der Regen,
der mich doch niemals liebt,
wer fängt mich auf wenn ich falle,
wo ich doch das Meer bin und nicht schwimmen kann,
wo ich sonst in deinen reißenden Fluten ertrinke -

Regen, warum liebst du mich nicht!

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bin ich traurich

und schau zum Himmel hoch
die Hände dem Regen entgegen
wie er leise auf mich niedertrommelt
mich sanft tröstend

bin ich traurich
und schau zum Himmel hoch
die Arme
für den Wind ausgebreitet
dass er in mich eindringt
und mich füllt
mit seiner Kälte (...)

bin ich traurich
und schau zum Himmel hinauf
in die Weite und Leere über mir,
grau, so grau,
nur der leere graue Himmel

lauf ich leise durch die Straßen
den Regen um mich her
mich einhüllend
wie ein Tuch

 

traurich
so traurich
die Arme um mich her (...)
mich leise tröstend
der geliebte Regen
und die sanfte Kälte

lauf ich traurich durch den Regen
und seh zum Himmel hoch
die Arme dem Wind entgegen
die Hände zum Regen empor
wie er leise beginnt
auf mich niederzutrommeln

bin ich traurich
nein nichtmehr traurich
schau froh
zum Himmel empor
wie er mich sanft hinweg wäscht

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mit Regen
Horizont

und Sonnenschein


durch den Wind

der Veränderung


in den Armen von

weißer Möwe

Land

und Wand

 

spült mich davon das Meer


bis das Meer verschwunden ist


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Frau des Regens

Regenmensch
der du mich geliebt
und doch nicht geliebt hast
wen liebst du nun
wen liebst du

wenn ich im Regen stehe
und zurückblicke
das Wasser von meinem Schirm tropfend
eine einsame Gestalt im Regen

wenn ich dich doch nur liebe
und nicht geliebt werde

und doch liebe ich dich nichtmehr
was ist Liebe schon

es macht mich traurig

und wieder stehe ich im Regen
allein
Regen von meiner Krempe
Regen von meinem Schirm

und doch
wo bist du

hast mich im Regen stehen lassen


wenn ich nun zurückblicke
im Regen
allein
fallen immer noch die Tropfen
von meiner Krempe

wo bist du geblieben
wo ist der Mann den ich geliebt habe
wo ist der Mann der Frau des Regens
wo ist der Mann der Regenfrau

und du blickst mir nicht nach

Regenmann
der du mich nie geliebt hast
der du mich nichtmehr liebst

und auch ich
blicke nicht zurück

bin schon zu viele Stunden
dort alleine im Regen gestanden
wirst mich nichtmehr rufen
hab meinen Schirm zusammengefaltet
will den Regen vergessen


- doch das kann ich nicht

bin noch immer die Frau des Regens

- selbst wenn er geht

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die Geschichte von Regen und Meer

die Geschichte von Regen und Meer
geht immer weiter
sie nimmt kein Ende

und wenn du glaubst
dass der Horizont
bereits verblasst ist
dann taucht wieder
eine dünne Linie
am Sichtfeld auf

und die Wogen am Strand
rollen immer weiter


es spielt keine Rolle
ob sie sich noch sehn

er ist in ihren Gedanken

es reicht dass er existiert hat

und sie geht nur weiter
den Strand entlang
zurück zu jenem
alten ausgebrannten Leuchtturm
- um das Feuer neu zu entfachen
sie geht zurück
zu jener Möwe
die oben auf dem Dach sitzt
kehrt zurück zu
Regen und Horizont
Liebe und Meer

und am Ende
wenn die grauen Wolken sich lichten
tritt auch der Sonnenschein hervor

so ist es jedes mal
in all der Zeit
da sie diese Geschichte
schon gespielt haben
so war es immer


und so geht sie weiter
weiter über den grauen Strand
zum Rauschen des Ozeans
zum Rauschen der Zeit

und es zieht sie zurück
in die Vergangenheit

erst wenn sie den Kelch
[des Lebens]
ausgetrunken hat
darf sie gehn

die Geschichte des Regens
geht ewig

er wird sie immer finden

denn der Regen kennt sein Meer

und selbst wenn
er eine Weile verschwindet
nicht ewig über ihr weilt
kehrt auch er
[schließlich]
zum Meer zurück


Dunst über dem Horizont
Dunst über dem Meer

und so liebt er sie noch immer
selbst wenn er sie vergessen hat
auf seine Weise

die Geschichte des Regens
geht ewig

und ein jedesmal
darf er sie lieben
wenn der Kreislauf
von neuem Beginnt
wenn sie einander wieder begegnen

und auch das Meer
liebt darwieder
[denn ohne ihn kann sie nicht sein]
denn sie gehörn zusammen
sind das gleiche Element

und so wird sie wieder
zur Frau des Regen
Regen aus Dunst über dem Meer
Meer aus Regentropfen

denn sie ist es immer gewesen
hat ihn immer geliebt
auf ihre Weise

und die Geschichte
beginnt von neuem
ein weiteres 10 000stes mal
wie seit Anbeginn der Zeit
so wie es ewig gewesen ist

hat sie nur die Flamme
erneut entfacht
das Leben in ihr

denn sie sind einander bestimmt
sind Regen und Meer
in einer unendlichen Geschichte
denn die Geschichte 
von Regen und Meer
geht immer weiter

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am Anfang war der Regen
und am Ende wird immernoch der Regen sein
denn in diesen Landen regnet es ewig


denn der Regen liebt ewig

denn das Meer liebt ewig


und erst wenn sie zu lieben aufhörn würden
würde es aufhörn zu regnen

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Meer

das Meer ...
[Gedanken an das Meer
über das Aussehn des Meeres]

braune Sandstrände
Horizonte füllend
und dahinter nur Meer
blau
kleine Wellen
es ist ruhig und friedlich
dahinter
ein Segelschiff
am fernen Horizont
Rauschen der See
Wellen
ein leichter Wind
es ist ein friedlicher Tag
ein guter Tag

und die Flut schwemmt einen Körper an
reglos und bleich
bleibt sie am Strand liegen
[ihre Haare wie der Sand]
sie ist das Meer

und in ihr
zieht sich all das Wasser zurück
bis nur der leere Sandstrand noch bleibt

und der leblose Körper
weiß glitzernd in der Sonne

und sie erwacht
wie aus einem tiefen Schlaf
desorientiert
die Augen geschlossen
nur sehend mit ihrer inneren Stimme
die heiße Sonne zu grell

folgt sie dem inneren Ruf

und der Blick verwundert
schweift davon
zu der endlosen See
aus endlosen Dünen aus Sand
gähnend bis zum Horizont
wo der Blick verschwand
in flirrender Hitze

den Blick erneut auf den Strand
doch von dem Mädchen
ist nichts geblieben
nur ein schwache Spur im Sand
Schleifspur
dort wo sie ihren Körper zog
und eine Hand
die letzten brocken Sand zurückwerfend
bevor auch sie verschwand

und so war auch sie verschwunden
wie das Meer
so hatte der Sand
auch sie verschluckt
hatte sie wieder ausgespuckt
und auf ihre Füße geworfen

doch wohin hätte sie laufen solln
wo sie doch das Meer war
und keine Füße hatte

und so kroch sie davon

und so hatte der Tag
auch sie verschluckt
im Gähnen der Leere
denn auch der Sandstrand war verschwunden

denn was war schon ein Strand
ohne Meer
was war schon ein Ufer
das kein Ufer mehr war
höchstens ein Abhang
in eine sandige Ebene
von einzelnen Grasstoppeln durchwachsen
höchstens noch eine Wüste
unter flirrender Hitze

und so war alles verschwunden
was sie dort einst gekannt hatten
und ihr Dorf
war an eine Wüste gerutscht
ihre Boote auf dem Trockenen
die Fischernetze
langsam verrottend

denn da war kein Meer mehr
keine Spur von ihr geblieben
als das leere Bett
und so war sie gegangen(?) /verschwunden
der Tag an dem das Meer verschwand

doch ob sie beschlossen hatte
zu gehn
das wusste keiner

denn keiner
hatte das Meer
jemals wieder gesehn
war sie auf immer verschwunden
nur der braune Strand
der kein Strand mehr war
und das kleine Fischerdorf
leergefegt
vom heißen Wüstenwind

braune braungelbe Sandstrände
Horizonte füllend
und dahinter nur der leere Horizont
blau
und wolkenleer
die Stille widerspiegelnd
die Ruhe
unter der Mittagssonne

eine kleine Gestalt
im braunen Rock
geht langsam den Strand entlang
[/Dünen]
zurück zum alten Leuchtturm
ihr blauer Schal
im Seewind  flatternd
[/Wüstenwind]

langsam steigt sie die Stufen hinauf
zur Spitze des alten Leuchtturms
dort wo einst das Feuer brannte
wo man am weitesten über das Meer sah
[und so steht sie]
die schlanken Hände
um das Geländer geschlossen
weiß leuchtend in der Sonne

und so blickt sie hinaus
reglos stehend
bis man sie kaumnoch erkennen konnte
vor dem Flirren der (Mittags)hitze


und so war sie in Vergessenheit geraten
manchmal noch spuckend
zwischen den Ruinen
da keiner wusste
dass das Meer zurückgekehrt war
und alle nannten sie es

der Ort an dem das Meer verschwand

doch das Meer, es hatte laufen gelernt
und nun war es zurückgekehrt
um das Meer/ das Wasser zu suchen
um nun schwimmen zu lernen
dass es nichtrmehr ertrinken musste

doch da war kein Meer mehr
denn das Meer hatte ja Beine bekommen
und das Wasser verlassen


und so ging sie wieder
hinein in die Ewigkeit
dass sie keiner mehr wiedersah
nur manchmal hörte man sie noch flüstern
im Wasser
wenn sie nach dem Regen rief

dass er sie wieder ertränken sollte

denn sie konnte nicht schwimmen

und ohne Körper
konnte sie nun auch
nichtmehr laufen

also flog sie

und das Wasser
spürte sie in der Luft
und flüsterte zu ihr

wo sie den Regen finden mochte

dass sie nur glücklich wurde
und aufhörte zu weinen
denn die Lande würden sonst ausdorren

und  so fand er sie
sitzend auf einem Stein
der Regen
der er sie noch nicht
ertränkt hatte

und als sich sein Wasser
über sie ergoss
dass sie wieder zu Wasser wurde
ihr Körper nun nichtmehr vergeistigt
da weinte er
und all seine Tränen
flossen [nun glücklich] zurück zum Meer
dorthin woher sie kamen

denn das Meer war zurückgekehrt
hatte nun wieder Besitz ergriffen
vom dorren Wüstenbett
und das Land
war nun wieder ein Land geworden
mit dem Meer als (sein) Gegenstück
dass es sich erstreckte
bishin zum Horizont
weiße Segelschiffe
auf blauem Grund
an einem friedlichen Tag

flogen sie zurück zu der Küste
wo das Fischerdorf wieder blühte

denn das Meer hatte Regen gebracht

und auch den Sonnenschein

war das alles
doch nur ihre Fantasiewelt
in ihrem Herzen eingeschlossen
und wenn sie verschwand
so verschwand auch diese
dass nur der braune Sandstrand blieb


brauner Sandstrand
grobkörnig
flüchtige Spuren
nackter weißer Füße
noch kaum
vor der Erinnerung verblasst
doch sie führten nicht hinaus
führten zurück ins Meer
führten sont nirgendwohin

und der blaue Himmel
schloss sich über dem Meer
bishin zum Horizont
wolkenlos

nur eine einzelne Möwe
mal fliegend über dem Meer
manchmal
sitzend am Strand
wartend

denn auch sie
hatte das Meer vermisst

so wie sie das Meer


Meer
was ist Meer schon
nur ein endlos weiter Begriff
eine Gestalt
die sich nicht greifen lässt
eine Phantasiewelt
ein Bild
nichts davon und alles mögliche
ein Augenblick
und ein Gefühl
Liebe vielleicht
oder Ich
denn auch ein Meer in mir
und alles was mich ausmacht
oder Leben einfach nur

Meer
was ist Meer schon
nichts ohne seinen Regen
und so kehrt es zurück zu ihm
um wieder zu Regen zu werden
wieder zu Meer
Dunst über dem Horizont

der sich langsam legt
auf den grobkörnigen
braunen Sand
das Blickfeld füllend
blau
so blau wie das Meer
auch ein Meer in mir
[   ]





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