wenn die Eindrücke auf uns einzustürzen beginnen ...
wenn langsam
alle Eindrücke zu viel werden,
alles dreht sich,
alles schwankt ...
wenn die Eindrücke auf uns einzustürzen beginnen
und die Bilder zu schnell vorbeirasen,
wenn alles andre verblasst,
nur das fahle Licht am Horizont ...
wenn die Eindrücke zu viel werden
und man sie nichtmehr halten kann,
wenn alles vorbeirast
ohne Notbremse und Halt,
alles umherwirbelt
ohne noch zu sehn
und nicht für einen einzigen Atemzug auch nur stehen bleibt;
nichts mehr bleibt als weiteratmen
und weiterrasen;
...
dann musst du anhalten.
musst einen Punkt ziehen.
musst wissen wie es wirklich weitergeht ...
kennst du die Wirklichkeit?
kennst du die Wahrheit?
ich (wir?) rase nur blind umher
ohne noch etwas zu kennen, ...
ohne zu wissen was wirklich ist.
wer bist du?
denn ich kann nichts mehr erkennen
bin nur blind für die Welt geworden.
wenn ich blind bin
kann ich die Eindrücke nichtmehr sehn
die auf mich einrasen,
wenn ich blind bin kann ich die Stimmen nichtmehr hörn,
die am anderen Ende sprechen
denn um zu hören, zu verstehn
braucht man die Bilder die an einem vorbeirasen (...)
wer bist du (?)
denn ich kann deine Stimme nicht mehr hörn
-
denn du musst mir die Bilder schicken
damit ich dich versteh (...)
einen Blinden muss man an der Hand nehmen
und ihn führn,
muss ihm helfen die Bilder zu fühl,
muss ihm helfen die Bilder zu sehn(,)
die so unaufhaltsam an ihm vorbeirasen;
wenn ich blind bin
bin ich wie ohne Gefühl,
denn wie soll ich noch sehn,
wenn du nicht aufhörst mir Bilder zu schicken,
wie soll ich noch fühln, wenn du mir nicht sehen hilfst,
wie nur die Bilder sehen, wenn ich sie nicht erfühlen kann ...
( )
also bin ich wie ohne Gefühl.
hilf mir wieder sehn!
nimm meine Hand und führe sie an den Bildern entlang,
dass ich wieder seh
denn wenn ich blind bin
kann ich keine Bilder mehr erhaschen,
kann nichtmehr spielen mit euch im Sonnenschein,
kann nurnoch die Sonne fühlen
ohne zu wissen wie sie aussieht(.)
Ich bin blind,
weil ich mich blind gemacht habe,
weil ich beschlossen habe blind zu sein,
weil ich eure Bilder nichtmehr sehen wollte.
all die Bilder um mich her,
die so wild an mir vorbeirasen, all die Bilder in meinem Kopf,
die schon längst keinen Platz mehr haben ...
Nein, manchmal ist es gut blind zu sein,
denn ich könnte keine Bilder mehr ertragen -
eigentlich brauchst du mir nicht zu helfen
nein, du brauchst mir nicht zu helfen,
denn eigentlich möchte ich blind sein,
möchte eure Bilder nichtmehr sehen müssen
hört auf mir Botschaften zu schicken,
(hört auf mit Eindrücken nach mir zu werfen,)
denn ich kann euch alle nichtmehr ertragen -
hört auf mir helfen zu wollen,
denn ich kann eure Eindrücke nichtmehr sehn
und möchte es auch nichtmehr lernen (...)
nein, es ist manchmal gut blind zu sein -
dann brauche ich all die Bilder nichtmehr zu sehn
für die sowieso kein Platz mehr wäre (...)
indem ich mich selbst blende
mogle ich eigentlich;
denn wie soll ich euch noch erkennen
wenn ich keine Erinnerungen speicher(?) ...
wie soll ich wissen wer ihr noch seid
wie soll ich euch identifizieren
nein,
eigentlich mogle ich,
und zwar doppelt -;
indem ich nichtmehr kommuniziere,
nicht einmal mehr spreche,
(keine Bilder mehr aufnehme)
wähle ich eigentlich für mich selbst das beste;
denn auch eure Köpfe müssen voll sein
nein, ich werde mogeln,
denn was macht das schon,
wo doch auf dieser Welt (eigentlich) alle mogeln;
selbst wenn ich mir einrede blind zu sein -
denn eigentlich bin ich garnicht blind,
ich möchte es nur sein -.
die Bilder ziehen an meinem wirren Kopf vorbei
und ich kann sie nichtmehr haschen,
kann sie nichtmehr fangen,
wenn sie (mir) langsam davontanzen im Sonnenschein auf Sonnenstrahln,
denn langsam werde ich wirklich blind,
kann die Bilder nichtmehr sehn ...
(vom vielen blind-sein spieln) -
-vielleicht war es ein Fehler blind sein zu wollen.
4.Okt.2006 Lilly Lime
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