Bereits vom Schlaf geküsst
sank sie darnieder in das Bett
aus Wasserlilien und (..) Rosen
bleich wie der Tod
So fand er sie
als er nach ihr suchend kam
ihr sterbender Schwan
im schwarzen Sonnenaufgang
Nur ihr Kopf war noch zu sehn
bereits halb versunken
die Augen geschlossen
Wellen über sie streichelnd
halb verdeckt unter den Wasserlilien
So verharrte er bei (/neben) ihr
sich (halb) niederknieend
die Hand halb ausgestreckt
noch zaudernd
nicht wissend was zu tun
doch sie war tot
längst von ihm genommen
noch eh er sie jemals berührt
und auch ihre Hand war ausgestreckt
noch in letzter Bewegung verkrampft
wie zum Gruß zu seiner Hand
zum ewigen Liebesschwur (..)
die Finger sich niemals berührend
und so kauerten sie da
auf {/für?} ewig
sie tot
und er zu Stein erstarrt
ein Mahnmal für alle sich liebenden
und der Wald schloss sich um sie her
(das Wasser?/) die Lilien(?) bedeckten ihr Gesicht
sie einsaugend
in die feuchte Welt des Moders
sie sanft umwerbend
und ihre verrottende Haut küssend
und er als Statue neben ihr
die Züge auf ewiglich verzerrt
(in stummer Ratlosigkeit)
als einziges Mahnmal noch bleibend
als moosbewachsne Statue
schon halb vom Sumpf verzehrt
watend im {fauligen} Morast
auch er schon halb versunken
der liebliche Schlamm ihn genüsslich aufsaugend
ihn sanft herunterlockend
in sein Schlafgemach aus braunem Samt und Damast
so stehn sie nun die beiden
auf ewiglich(_/?) und heute noch
als wachende Statuen im Wald
von Laub und Blättern bedeckt
schon halb im Sumpf versunken
wenn auch sie nur {noch} im Geist
{ihre Seele/(ihr Geist)} wachend über dem/n Sumpf
als Teil des ganzen nun
ihr Körper zärtlich vom Schlamm geküsst
von zarten Moder umarmt
ihre gefüllten {/feuchten?} Lungen {,}
vom Wasser aufgebläht
sanft hinweggespült
die Berührung des Todes
ihr küssend Lebwohl
auf die aufgeplatzte Wange
schon längst hinfortgeweht
von den Gedanken des Vergessens
nie (/nicht?) mehr als eine Idee
so schnell verworfen wie die Ewigkeit
als Teil des ganzen
noch lauernd in den Abgründen
der dunklen Zeit
und den Tiefen des Vergessens (,/..)
dort wo der Tod lauert
um auch dir Lebwohl zu küssen
Lebwohl du schöne Welt
verschwindest nun in Traurigkeit
und der reinen Süße des Todes
werd dich wohl nichtmehr wiedersehn
du Geliebte dort oben im Wald
denn lang schon bin auch ich
der Verlockung des Sumpfes anheim gefalln (/der Süße des Todes ...)
bin versunken wie du im Sumpf
sanft nachgebend
der Versuchung vor dem Tod
Lebwohl du schönes Tageslicht
wenn meine Augen sich schließen
denn auch ich bin schon vom Tod geküsst
vom sanften Hauch des Schlafs
werde ewig von meinem Waldsee träumen
und von dir du süße Verlockung
sanfte Nymphe dort unten im Teich
die Hände so schlank wie Wasserlilien
wie Wasserlilien im Teich
mich sanft herunterlockend
vom Schlaf geküsst sink ich darnieder
in mein Bett aus Wasserlilien und (..) Rosen
den bloßen Körper sanft bedeckend
leise Wellen mit ihm spielend
ihn im Schlaf hinweg tragend
ihm sanft schaukelnd das Wiegenlied
vom süßen ungeküssten Tod
lebt/ schlaft? wohl ihr sanften Wasserlilien
die ihr mich so ungewollt {/ungewollt} verführt habt
mich herabziehend in das Reich des Todes
in eurem feuchten Wassergrab
bereits vom Schlaf geküsst
noch eh ich die Oberfläche berührte
schon auserwählt vom Tod
als sein nächstes bleiches Opfer
bleich im Totenschlaf
so vieler Jahre
schon längst gezeichnet
für diese Minute bestimmt zu sterben
schon vom Tod geküsst
vom bleichen schönen Schlaf
der sonst niemals küsst
nicht einen lebenden Mund
nur die Liebe zu den Toten
und jenen die er zeichnete
als nur vom Tod geküsst
vom schönen bleichen Schlaf {...}
Bereits vom Schlaf geküsst
sank sie darnieder in das Bett
aus Wasserlilien und (_) Rosen
bleich wie der Tod
wie so viele vor ihr, so viele andere
sanft bereits vom Schlaf geküsst
4.4.08 Lilly Lime
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