Thursday, July 28, 2022

An eine Durstige

 ich gehe hinaus
und trinke vom wind,
vom sturm
der mich lockt
leitet
und führt

irgendwo  dort
zwischen
sonne und mond
gefangen
liegt meine sehnsucht
ruht meine hoffnung
gründet mein schmerz

der weg,
den ich beschreite
der mich trägt
und fort führt
zurück
wird mich hinaufbringen
wenn ich springen will
und fangen
wenn ich nicht fallen kann

mit blutigen knien
und tränenden augen
wische ich das korn aus dem auge
das der wind hinterließ


unachtsam werfe ich es weg
um im nächsten moment
oder dem danach
zu begreifen,
dass ich doch nur dieses wollte

panisch umkehrend
im sand grabend
im kies, auf beton
suche ich es
und finde ein insekt
das seine flügel ausbreitet
und
unachtsam meiner not
davonfliegt
und als der regen kommt
spüre ich den schmerz
in meinem auge
längst nicht mehr

24.08.09 Lilly Lime

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