Lea,
gestern habe ich beschlossen, dass es eine gute Idee wäre zu dir zu fahren (und dich zu
besuchen). Wie viele Jahre ist es nun her, dass wir uns (zuletzt) gesehen haben?
Ich ging also zum Bahnhof (und sah mir an, was für Tickets man dort kaufen konnte). Aber
dann fiel mir ein, dass ich nicht wusste, wie ich zu dir kommen kann. Welche Zugstrecke
führt zu dir? Auf welchem Fahrplan muss ich nachsehen? Ich könnte sicher eines dieser
(über)regionalen Spartickets kaufen ... Und dann? Wo würde ich rauskommen? Woher weiß
ich, welcher Bahnhof der richtige/ deiner ist?
Lea, ich weiß dies muss unglaublich lächerlich(?)/unsinnig für dich klingen/ auf dich wirken.
... Aber warum hast du mir nie beschrieben, wie ich zu dir komme? (Bitte) schreib/ schick mir
eine ausführliche Wegbeschreibung in/mit deinem nächsten Brief. [ ]
Lea, lachst du etwa über mich? Ja ich weiß, es war relativ dumm (von mir) aufs geradewohl
zum Bahnhof zu gehen. - Aber ich wollte dich doch unbedingt sehen. - Da stand ich dann
also, ganz verloren an/ auf jenem großen(, fremden) Bahnhof. In meiner Hand hielt ich ein
nutzloses Fahrplanbüchlein mit/, in dem alle Verbindungen dieses Bahnhofs verzeichnet
waren, in der anderen einen Brief(?) - auf dem Rücken einen Rucksack mit ~ Essen, Trinken
und Wechselkleidung. Doch wohin sollte ich mich wenden? All diese Dinge nützten mir
nichts.
Niedergeschlagen wandte ich mich wieder um (dem Ausgang zu) und ging Heim.
Ach Lea, wann werden wir uns (endlich) wiedersehen?
Am nächsten Tag war ich besonders niedergeschlagen. Nichts wollte mir gelingen. Nichts
wollte ich tun. Gab es noch etwas wichtiges in meinem Leben? Wie ein Tier(??) igelte ich
mich in mich selbst ein. ...
Ja, Lea, du hast natürlich Recht. Das war heute. Noch immer - während ich hier an deinem
Brief sitze - fühle ich mich geknickt und aufgegeben/ hoffnungslos. Wie sonst hätte ich dich
noch erreichen können? ---/ [
Lea_fragment4 copyright Lilly Lime
No comments:
Post a Comment