Tuesday, May 17, 2022

Lea

 Lea,

gestern habe ich beschlossen, dass es eine gute Idee wäre zu dir zu fahren (und dich zu

besuchen). Wie viele Jahre ist es nun her, dass wir uns (zuletzt) gesehen haben?

Ich ging also zum Bahnhof (und sah mir an, was für Tickets man dort kaufen konnte). Aber

dann fiel mir ein, dass ich nicht wusste, wie ich zu dir kommen kann. Welche Zugstrecke

führt zu dir? Auf welchem Fahrplan muss ich nachsehen? Ich könnte sicher eines dieser

(über)regionalen Spartickets kaufen ... Und dann? Wo würde ich rauskommen? Woher weiß

ich, welcher Bahnhof der richtige/ deiner ist?

Lea, ich weiß dies muss unglaublich lächerlich(?)/unsinnig für dich klingen/ auf dich wirken.

... Aber warum hast du mir nie beschrieben, wie ich zu dir komme? (Bitte) schreib/ schick mir

eine ausführliche Wegbeschreibung in/mit deinem nächsten Brief. [ ]

Lea, lachst du etwa über mich? Ja ich weiß, es war relativ dumm (von mir) aufs geradewohl

zum Bahnhof zu gehen. - Aber ich wollte dich doch unbedingt sehen. - Da stand ich dann

also, ganz verloren an/ auf jenem großen(, fremden) Bahnhof. In meiner Hand hielt ich ein

nutzloses Fahrplanbüchlein mit/, in dem alle Verbindungen dieses Bahnhofs verzeichnet

waren, in der anderen einen Brief(?) - auf dem Rücken einen Rucksack mit ~ Essen, Trinken

und Wechselkleidung. Doch wohin sollte ich mich wenden? All diese Dinge nützten mir

nichts.

Niedergeschlagen wandte ich mich wieder um (dem Ausgang zu) und ging Heim.

Ach Lea, wann werden wir uns (endlich) wiedersehen?

Am nächsten Tag war ich besonders niedergeschlagen. Nichts wollte mir gelingen. Nichts

wollte ich tun. Gab es noch etwas wichtiges in meinem Leben? Wie ein Tier(??) igelte ich

mich in mich selbst ein. ...

Ja, Lea, du hast natürlich Recht. Das war heute. Noch immer - während ich hier an deinem

Brief sitze - fühle ich mich geknickt und aufgegeben/ hoffnungslos. Wie sonst hätte ich dich

noch erreichen können? ---/ [


Lea_fragment4 copyright Lilly Lime

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