Friday, May 20, 2022

Eine Folge der Freiheit

 Eine Folge der Freiheit


Freiheit? fragte ich einst,

doch was - es war nur eine Illusion ...

Freiheit? schlug das Herz auf meinen Lippen

- doch mit dem Trugbild barst das Sein ...

Wollen wir nicht immer unfrei sein?

Suchen wir nicht alle die Ketten?

Und selbst an der Brust des eisernen Heinrich barst ein Band ...

Und ich ...

watend durch den Schnee und die Einsamkeit,

bot ich doch eher mein Herz zu bersten als der Liebe zu verlachen ...

Und so wie ich deinen Namen in die Sterne schrieb,

nahmst du ihn wieder hinfort ---

Nur ein Echo bleibt,

ein Kribbeln auf meinem Nacken,

und eine Erinnerung - die schlief.

Schufst du das Ende für die Liebe

oder doch der Freiheit Willen?

Was brach das Sein,

als wir nicht enden konnten?

In einer Nacht ohne Mond

wird doch nur dein Schatten die Sterne verdunkeln.

Ich greife nach deiner Hand,

doch im Wispern der Nacht

bist du gegangen ...

... wir feiern einsam unsern Untergang [ ].

Schnee liegt auf den Dächern

der fernsten Städte,

und ich blicke in die Nacht hinaus -

Was sprachst du einst?

Was brach dein Herz?

Wofür sollte es weiterleben? ...


War es die Furcht vor dem Ende/ der Zukunft,

die dich gehen ließ,

oder der Wunsch nach der Ferne?

Um wessent Willen

schrie ich deinen Namen in die Nacht?

Die Sterne kannten ihn längst,

doch sie waren es nicht,

die meine Schmerzen hören sollten ...

Nach all den Jahren stehe ich wieder am Fenster,

und blicke auf die Dächer hinaus -

warst du es, der die Hoffnung auf Ewigkeit brach,

meine Seele stahl

und sich von dannen schlich?

In den Kiefernwäldern wispert es noch immer,

so wie deine Schritte nie verblassten ...

Wo bist du heute?

Was fragst du nun?

Spürst du noch den Lauf meiner Träume,

wenn du nachts wach liegst ... ?

Und ich streichle die Tränen von deinem Gesicht,

auch wenn ich dich in der Ferne der Welt nicht sehen kann,

doch gleich wo du bist,

meine Seele spürt dich noch immer ...

In der Tiefe meines Herzens

bist du bis auf alle Ewigkeit eingebrannt,

und in der Stille des Nichts

verdunkelst du noch immer die Sterne ---

Komm -

steige aus dem Schatten der Vergangenheit auf,

und erzähl mir

wohin das Leben dich brachte ...

in der Stille des Nichts

höre ich noch immer dein Rufen nach der Freiheit -

- doch hast du sie je gefunden?

In der Liebe kann man sich entfernen,

doch fandest du wonach du riefst?

War es die Schmerzen wert?

Suchen wir nicht alle die Ketten der Liebe?

Doch 'was war deine Furcht?


In einer Folge der Freiheit

riss das Leben uns entzwei -

und doch war es auch immer meine Freiheit

in unsrer Liebe unfrei zu sein;

war es Gnade oder Fluch?

Gib uns noch nicht auf! sprach ich zu dir,

während unsre Herzen im Schnee versanken

- und doch mochte uns das Leben nicht zu halten.

In einer Folge der Freiheit

zerbrach das Sein,

doch auch die Freiheit ging voran.

Ewigkeit hielt unsre Worte,

und auch unser 'heiliges Sein -

unendlich schienen die Momente,

doch auch auf sie folgte das Ende

- bis nur die Erinnerung blieb.

Freiheit.

Was war das eigentlich?

[ ]


3. Dezember 2017 copyright Lilly Lime

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