Seine Augen laufen an den Seiten schmal zu. Manchmal können sie sehr ernst schauen, und auch sein Lachen ist {//dann} manchmal/ kann manchmal ein wenig gezwungen (sein)/wirken. Aber das ist nur manchmal; und ich glaube es ist {/geschieht} mehr aus einem verkrampften Moment heraus.
Wenn er lacht, so tanzen seine Augen. - Es ist unnötig sie zu beschreiben, denn jeder, der einmal ein ehrliches Lachen gesehen hat, weiß wie solche Augen funkeln(?)/aussehen. Er lacht oft. - Ich denke er lacht gerne. (Wobei auch dies vielleicht eher eine Redensart ist.) - Wenn er mich ansieht und ich kann in jenem Lachen baden, so ist es das schönste. Am Anfang war ich mir oft unsicher, ob er über mich lacht [ ]. Dann einmal habe ich ihn bei den Redebeiträgen anderer beobachtet, und ich war mir ganz sicher: Es ist die Begeisterung über ein/ eines Thema(s), die jene deutlichen Regungen auf seinem Gesicht hervorrufen; Freude - ja es muss Freude sein - denn Begeisterung könnte doch nicht zu Belustigung[en] führen. ...
Oh ich weiß noch, an jenem Tag als ich ihn (zu)erst beobachtete, wie er für andere lachte - welch[e] heftige Eifersucht ich doch damals empfand! Ich hatte mich daran gewöhnt, dass er meine Beiträge meist mit diesem ihm eigenen Lächel-Lachen bedachte, und geradezu begonnen es als mir eigen(?)/gehörig{/-end}/(?) zu betrachten. Ihn für andere lächeln zu sehen, schmerzte geradezu wie ein persönlicher Verlust. - Doch warum sollte er nicht sein Lächeln verteilen dürfen? Es war ja nicht so, als könnte nur eine Person ihn erheitern oder seine Begeisterung wecken. Doch in der Unvernunft des Herzens ist man oft seltsam besitzergreifend. Und so schmerzte jeder Moment, da sein Lächeln nicht mir bedacht war.
Und doch war es gerade jener Moment, der mich die Ursache seines Lächel-Lachens begreifen und meine Unsicherheit überwinden lies; - und hätte ich [jenes Lächeln/] jene Begeisterung nicht begriffen, so hätte es {/der Moment} weniger geschmerzt. (- Vielleicht.)
Wenn ich ihn ansehe, so weiß ich, ich könnte in meiner Erinnerung jede Kurve seiner Arme, jede Deutebewegung, jene aufrechte Haltung seines Rückens genau nachfahren. Macht er eine Bewegung, so weiß ich genau wie er die Hand/ Hände formen wird. Ich weiß wie er den Kopf zur Seite legt, und wie er spricht. Ich weiß so vieles - und doch im Grunde nichts.
Er trägt sehr oft blau. Einmal habe ich mich gefragt, ob es seine Lieblingsfarbe ist, aber dann wieder sagen Kleidungspräferenzen/-gewohnheiten eben oft auch gerade gar nichts darüber/ dazu. --- Es ist immer ein Mittelblau, das sich in seinen Pullis wiederholt, und einen trägt er besonders oft. Auch ein dunkles Rot habe ich schon gesehen, ja sogar ein schwarzes Hemd. Er trug es lässig über der Hose. - Natürlich, dachte ich mir.
Je länger der Winter andauert, desto dunkler sind seine Haare geworden. Waren sie am Anfang wie ein blondes Schimmern, so ist es jetzt mehr ein Hauch von heller Bronze mit blonden Untertönen; - dunkelblond, nennt man sowas denke ich. An manchen Tagen trägt er eine Brille und an manchen nicht. Ich habe mich oft gefragt womit das zusammen hängt, (und womit nicht(?)); - aber ich habe darin ebenso wenig eine Struktur gefunden wie die Antwort zu der Frage, ob er seine Haare kämmt oder nicht. Vielleicht ist es eine Laune. - Ich denke leichte Locken können von Vorteil sein.
Wenn er lächelt, weiß ich nie was er denkt. Es könnte positiv oder negativ sein. Vielleicht ärgert er sich über mich. ... Doch er könnte es nie sagen. Immer höflich, immer korrekt, - und immer voller Humor. Wenn ich lache, so frage ich mich oft, ob es zu laut, zu schnell ist. Ich fürchte fast, dass er mich ansieht - strafend? Nicht genau das richtige Wort; aber ich würde nie sein Missfallen wecken wollen. - Ich schätze ihn einfach zu sehr. Seine Meinung ist mir alles; und wenn ich jeden Tag durch mein Leben wandle, so reflektieren meine Gedanken doch immer wieder (auf) ihn. Rekursierend. (...)
Jede Erinnerung ist schmerzhaft. Bald wird er aus meinem Leben verschwinden ...
copyright Lilly Lime
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