Die Schwarze Witwe
Unter Linden und Ebereschen
stand ich in schwarzer
Morgendämmerung,
schwarze Witwe,
ihren grauen Schal
eng um den Hals geschlungen,
kunstvoll gesponnen,
lauernd in ihrem Netz,
in der frostenden Morgendämmerung.
Wartend saß ich
in meinem Netz,
wartend auf Opfer und Grillen,
lauerte ich,
die Schwarze Witwe,
in ahnungsloser Morgendämmerung.
Eine Grille
sprang in mein Netz,
sprang in den Tod ...
verfing sich,
verfing sich,
bebte, zitterte,
im fröstelnden Wind
einer Morgendämmerung.
Ich rollte sie.
stach sie mit meinem Stachel,
betäubte sie,
schleppte sie hinfort
ins bittersüße Reich
des Todesschlafes,
an einem bittersüßen Morgen
des Witwentages.
Ich saß als Schwarze Witwe
in meinem Netz
bei Morgendämmerung,
wartend auf neue Opfer.
Fröstelnd zog ich
meinen schwarzen Schal enger,
meinen schwarzen Schal enger,
saß in meinem Netz
bei Morgendämmerung,
lauernd auf meine Beute ...
Ich, die schwarze Witwe
11. Okt.2005
copyright @ Lilly Lime
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