Peitschen und Dornen
Mit blutenden Dornen
laufen die Menschen
durch die Welt,
laufen umher
und erstechen einander,
mit ihren blutigen Dornen.
Mit roten Striemen
in ihren Gesichtern
laufen sie grimmig einher,
die Peitsche in der Hand,
einander peitschend und schlagend,
und es doch nicht merkend,
dass sie es sind,
die einander dies antun.
Mit blutigen Dornen in den Händen
laufen sie umher,
einander peitschend und schlagend,
bis auf dass einer tot umfällt.
Das erschrecken ist groß,
das Erstaunen riesig,
Wer war das bloẞ,
wie konnte das nur passieren?
jammern sie weiter vor sich hin,
die Peitsche weiter in der Hand,
die eisigen Dornen im Herzen,
die Seele längst verdorrt...
nichtmehr wahrnehmend,
das sie es warn,
die das taten.
Mit stählernen Blicken
und eisernen Peitschen
laufen sie durch die Welt,
laufen einher
als gäbe es nichts zu beklagen,
nur um im nächsten Moment
in Tränen auszubrechen,
Peitsche und Stachel immer zur Hand,
den andren erdolchend,
den andren peitschend,
um ihn später wieder zu beklagen,
und nicht zu glauben,
dass sie es warn ...
So füllt sich die Welt mit Blut,
mit einem See aus Blut...
und am Ende,
bevor seine Wogen alles verschlingen,
bleiben zwei letzte Menschen übrig,
stehend und watend
im Blut der anderen,
einander gegenseitig
peitschend und erdolchend,
bis auch ein weiterer zu Tode fällt,
und nur ein einziger mehr bleibt,
sich selber zu peitschen
und zu erstechen
mit seinem blutigen Dorn
und seiner Peitsche aus Stahl ...
Doch dann wird er als letzter erkennen,
wie sinnlos dies alles war,
am Ende
wird die Menschheit wissen
dass sie gescheitert ist,
an ihren eigenen Peitschen und Zähnen,
am Ende
wird die Menschheit
erkennen...
doch diese Menschheit
ist dann nichtmehr.
...
19.Nov.2005
copyright @ Lilly Lime
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