wie weit würdest du fallen?
wie weit würdest du fallen wollen?
weißt du das noch?
er sinkt
in deinen Augen
und du sinkst mit
er lässt dich fallen
und du fällst mit
er lässt dich ziehn
und schickt dich weg
- doch du bleibst
warum?
was hast du hier noch verlorn?
nur den tiefen Schmerz
den du manchmal noch spürst
als letztes im Leben
- so wie immer -
nehm den Schmerz in die Arme
und halte ihn
hüte ihn
dass du dich nicht vergisst
denn dann siehst du wie tief du gefallen bist
weißt du wie weit du noch laufen musst
in diesem wirren Leben
durch dieses Labyrinth
das nie ein Ende hat
immer dem Rattenfanger hinterher
immer der untergehenden Sonne
entgegen
dem endlichen Tod ...
denn wenn du das Labyrinth verlässt
dann ist es zu Ende
dann ist es vorbei
dann hat es auch keinen Belang mehr
so wie jetzt
so wie es jetzt sein sollte
denn der hungrige ist immemoch hungrig
und die durstige immernoch durstig
so ausgedörrt
wie der trockene Wüstenboden
so bar jeder Feuchtigkeit
jeder Lebenskraft
dass kein Blut mehr fließen kann
aus ihren blutigen Venen
und so zieht sie das Messer
immer wieder durch die Brust
immer wieder durch die Hand
die Klinge und den Dolch
denn scharf ist ihr Empfinden
klar wie der Schmerz
der aus ihren Händen sickert
bar jeder Hoffnung
denn das Leben ist gegangen
wurde aus ihren Handen genommen
als er es in sich aufsaugte
der wandelnde der niemals durstet
immer trinkt
und den Hunger zu Boden ringt
immer spricht
und nie zu Ende bricht
nie zu Ende schlägt
was er schon halb zerbrochen
denn Scherben bringen Glück
doch er hat nicht die Kraft
sie ganz zu zerschlagen
so schlägt sie zurück
denn Scherben bringen Glück
Scherben in ihrem Herzen ...
doch sie hat keinen Schmerz mehr.
kein Gespür
nur manchmal den Willen
weiter zu fallen
weiter fallen zu wollen
in ihren endlichen Hallen aus Stahl
ihrem leisen Ewigkeitstraum des Glücks
des Ewigen Eises
des Schmerzes
auf ewig zurück
ins vergangene Leben
hat dieses ihr doch nichts zu geben
nichts zu nehmen
um erst zu bekommen
zu viel genommen
aus ihren Blutigen Händen
zu viel genommen
dass nichts mehr zu geben
in einem verlorenen Leben
das je ohne Hoffnung war
was hätte sie noch verlieren können ...
nichts
[ natürlich nichts, du Narr]
und so geht sie tanzend
tanzt sie lachend davon
(hinein ins ewige Eis)
sommer 2009 copyright Lilly Lime
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