Wednesday, January 4, 2023

Zwiegespräche der Seele (Opening)

 


Links eine kleine Sitzecke. Rechts begrenzt eine leichte Diagonale das Zimmer (dort nur kahle Wand). 

Die Sitzecke besteht aus zwei altmodischen Sesseln und einem runden Beistelltisch dazwischen. (Die Sitzecke geht übers Eck der beiden weiteren Wände.) Der rechte Sessel blickt nach vorne über das leere Auditorium, der andere Sessel, links dazu, über den Raum. Der Tisch steht zwischen ihnen, zur Ecke hin, ist aber noch frei erreichbar. 

Auf dem Tisch stehen zwei halbvolle Gläser mit Weißwein, einige andere Gegenstände liegen über die Platte verstreut. 

Adriane trägt Jeans und einen alten Pulli. Alex ebenso, wobei sein Pulli etwas neuer aussieht. 

Das Licht ist gedimmt, die Wand entlang verliert es sich zur rechten Seite hinaus. 


ADRIANE steht, an die Wand gelehnt, ihm den Rücken zugewendet. 

Er nähert sich langsam. 

ALEX: Sind jene Tage nun lang vorbei und nie vergessen? Sie regt sich nicht - legt ihr die Hand auf die Schulter - Gesagt, wir könnten alles vergessen - und neu beginnen ... Er schluckt. 

Sie wendet sich ihm langsam zu, den Blick gepeinigt(??)/ haunted. 

ADRIANE: Glaubst zu wirklich? Und dann? 

ER drückt ihre Schulter - fester. Ich bin nur dein Zwiegespräch. Dein Schattenglaube. 

SIE wendet ihm nun voll den Blick zu. Und was wirst du dann tun - wenn ich aufhöre über dich zu denken? Er zuckt die Schultern. 

Langsam geht ALEX zum Tisch; seine Hände umzirkeln wie von selbst die Gegenstände, die dort liegen, bleiben wie von selbst auf den Gläsern liegen. Ohne wahrzunehmen, was er tut, fährt er mit dem Zeigefinger den Rand eines Weinglases entlang - den Blick in die Ferne - ein hoher Ton erklingt. 

Sie ist ihm während all dessem mit den Blicken gefolgt - den Oberkörper ihm nun vollends zugewandt, ein paar Schritte von der Wand gewichen, steht sie noch immer mit verschränkten Armen da. 

Er stutzt, blickt nun erstmals auf seine eigenen Hände hinab. 

Mit einem Ruck hebt er das/jenes Weinglas an, setzt es an die Lippen. Schon will er es auf einen Zug leeren - doch dann zaudert er. Für einen Moment wendet er sich zu ihr um, unsicher. Dann nimmt er kurzentschlossen die beiden halb vollen Weingläser (Weißwein) vom Tisch und trägt sie zu ihr hinüber. 

Mit einem Lächeln streckt er ihr das eine (Glas) entgegen. 

ALEX: Der (letzte??) Kelch ist noch nicht geleert ... 

Zögernd nimmt sie das Glas entgegen. 

Dann trinken sie beide. 


Die Lichter verblassen, und beide verschwinden von der Bühne. 



Adriane betritt den Raum. Sie trägt ein enganliegendes, glitzerndes Cocktailkleid, in ihrer Hand hält sie ein Glas Sekt. Der Abend hat gerade erst begonnen. 

Noch immer die Couchecke mit den zwei Sesseln und dem runden Beistelltisch (links). Rechts an der Wand ist nun eine kleine Anrichte mit einigen alkoholischen Getränken und Gläsern zu sehen. 


ADRIANE lässt sich entspannt in den ersten der beiden Sessel sinken, den Kopf in den Nacken gelehnt schaut sie zur Decke - nippt ein wenig an ihrem Sektglas - lässt den Blick über den Zuschauerraum schweifen. 

Irgendwo im Hintergrund ist ganz leise Musik zu hören. 

Sie nippt wieder an ihrem Glas. Man hört kurz zwei Türen schlagen. 


ALEX folgt ihr in den Raum/ auf die Bühne. Einen Moment bleibt er zögernd an der Tür stehen. 

Im Gegensatz zu ihr sind seine Hände leer, seine Haare sind sorgsam zurückgekemmt. Er trägt  eine dunkle Hose und ein schlichtes Shirt, darüber eine Jeansjacke. 

Sie bemerkt ihn nicht. 

Für einen Moment sieht es so aus, als wolle er zur Minibar hinübergehen - seine Blicke schweifen - seine Hände fahren unsicher die Oberschenkel entlang. Dann reißt er sich zusammen und tritt neben sie. 


Ganz leicht legt er ihr die Hand auf die Schulter. Sie schreckt hoch. Lächelt. 


letzte Änderung 22. Mai 2017 Lilly Y L

No comments:

Post a Comment