I
Einst war es ein Wolkengebirge,
ein Schloss aus Marmor und Schachmustern …
– doch wo ist es geblieben,
jenes mystische Schloss am Meer –
– nurnoch ein Sandschloss am Horizont ---
Und so gehen wir,
Arm in Arm durch die Zeit –
staunend, über jene griechischen Mythen
und die Lieder unserer Zeit …
Barfuß
waten wir durch den nassen Sand,
den uns die Flut hinterlassen hat …
wie Möwenkinder
am Anfang der Zeit; –
[ ]
II
Auf meinem Sandschloss
draußen am Meer - hinter dem Horizont,
lebe ich seit Jahren. Unerkannt.
Unbenannt
belasse ich die Zeit in einer ewigen Einheit.
Zweiheit
gibt es hier nicht - alles wird eins.
In meinen Gedanken spanne ich die ganze Welt,
ohne sie jedoch auseinander brechen zu können.
Würde ich sie in Händen halten,
so hätte ich Angst sie könnte zergehen.
Doch so ist sie sicher.
In meinem Glashaus
spinne ich an der Wirklichkeit,
die sich so doch zur Unendlichkeit ausdehnt.
Nur jener eine Ort. –
Nichts ist real.
In einer Surrealen Zwischenwelt
betrachte ich den Tag vergehen.
Es ist zu spät. –
Noch ist die Sonne nicht untergegangen,
doch bald
wird es kein zurück mehr geben.
In einer Welt, die aus ewiger Gewohnheit
und haltloser Vertrautheit besteht,
kann man keine Regeln mehr brechen.
Im Spiegel meiner Gedanken
drehe ich mich, doch es nimmt kein Ende.
Bald wird der Morgen kommen.
III
in unserem Sandschloss,
draußen am Horizont
(draußen am Meer),
dort wo mich niemand
sieht und hört
und alles Leben ewig weilt …
IV (??)
Die Zeit vergeht und fließt vorbei
wie Sand,
dort draußen am Meer
und unsre Schatten schlagen nochmal aus
entschütteln die Schwingen
und fliegen davon,
hinein in die Nacht hinein
mit Düsterherz und schwerem Traum,
voll Sehnen
so schwer wie Blei [ ]
(?{)werden sie uns auffangen,
wenn wir zu Boden stürzen,
unsre Seelen so grau und schwer/ leer}
?{wenn sie über den Sand schlagen,
und noch einmal aufprallen …,
wenn unsere Herzen verzagen
- werden wir der Hoffnung auf Ewigkeit
auf immer entsagen müssen … }
[ ]
V
Einstmals,
als die Berge jung {gewesen} waren
- vor langer Zeit –
einstmals,
als die Wälder noch in ihrer Jugend rauschten
und die Bäche klar und rein waren,
einstmals.
Nicht immer hatten Einhörner in ihrem Wald gelebt,
und nicht immer liefen sie in Familien, -
- woher sie kamen?
Wer hätte das noch zu sagen gewusst … -
doch sie kamen aus den Bergen. [ ]
An jenem Morgen kamen sie die Berge herab
gestiegen,
als wäre es der jüngste Tag,
der erste von allen,
als wäre die Erde soeben erst
unter ihren Hufen erschaffen worden,
und junger Tau glitzerte auf ihren Hufen,
spiegelte sich in ihren uralten(, alterslosen) Augen, {/uralt-jungen?}
unendlich,
wie auch ihr Fühlen
für alle Geschöpfe,
(und) ewiglich,
wie sie selbst.
Doch an jenem Morgen
waren es noch junge Einhörner,
so als wären auch sie
eben erst der Zeit entstiegen. […]
Und am Fuß der Berge wartete sie,
jenes erste menschliche Wesen,
das sie erblicken durfte.
Doch so wie ihre Augen auf die der Einhörner trafen,
wurde auch ein Teil ihrer Seele
unsterblich.
Und auch der Einhorn-Mythos
war an jenem Tag entstanden.
Denn fortan
wachten sie gemeinsam über den Wald.
Und kein feindliches Herz
durfte sich ihnen nähern,
nur vor der sanftesten Hand
scheuten sie nicht aus,
so groß war ihr Scheu
vor dem wilden, unbändigem dort draußen,
die Welt beherrschend.
Und so blieben sie in ihrem Wald,
wiegten sich in Sicherheit …
- denn nur wer reinen Herzens war
vermochte sie zu sehen … [ ]
VI
Einstmals kamen Einhörner über die Welt
in jenem Wald der Stille,
am ersten Tag.
Ihre Hufe schimmerten wie Mondlicht,
ihr Haar wie das feinste Gespinst,
silberhell, wie ihre Augen
voll Liebe für alle Geschöpfe.
Und auch in jener Nacht,
nach all den Jahrhunderten,
schimmerten sie wie Silber -
- als ich sie zuerst erblickte.
Wie helle Kiesel
klirrten ihre Hufe
auf dem steilen Berghang
- und voll Staunen stand ich,
wie erstarrt.
Längst war das Dunkle über die Welt gekommen
und das Reine verloren –
doch in jener Nacht hätte es auch die erste sein können,
nach allem was ich wusste. ---/ …
Denn nichts würde jemals wieder wie zuvor sein.
Denn ihr Anblick hatte mein Herz verändert
und den Frieden in die Nacht zurück gebracht.
- Nun brauchte ich den Wald nicht mehr fürchten.
[ ]
VII
Einst ritt ein Prinz
in der Morgendämmerung ... -
weiß war sein Mantel,
weiß von Purpur und Tau ...
und all die Bäche und Flüsse raunten von ihm,
während die Nachtvögel von ihm/von seinen Taten sangen;
sie sangen von seiner Ankunft
- und wir hörten das Rauschen in den Baumwipfeln -
lange bevor wir das Wehen seines Mantels sahen ---
Was bringst du uns?
Welche Kunde bringst du von fern?
Doch er schwieg nur,
und hob die Stille an [ ].
VIII.
Einst ritt ein Prinz in der Morgendämmerung,
und die grauen Lärchen sangen von ihm;
weiß war sein Mantel,
von Purpur und Perlen der Saum
{oder:
von Purpur und Perlen
der Saum im Morgentau glänzte, }
- doch das Staunen der Unschuld
schien wie ein Stern in seinen Brauen ...
Vögel und Sterne sangen von ihm,
und in den Brunnen raunten sie seiner Taten ...
Einst ritt ein Prinz im Morgendunst,
und wie tausend Trommeln schlugen die Hufe
seines weißen Pferdes ...
Pappelbäume rauschten über ihm
und Rosenblätter sangen seinen Namen,
während die Stimmen des Märchens ihn riefen ...
Wie tausend Sterne
sah ich das Schimmern auf seinen Brau´n,
und im dunstverschleierten Morgen
ritt er auf seinem weißen Pferd,
während die[/tausend] Pappelbäume über ihm rauschten ...
[ ]
IX.
No comments:
Post a Comment