Thursday, January 12, 2023

sandschloss_tagebuch cassandra

 I


Einst war es ein Wolkengebirge, 

ein Schloss aus Marmor und Schachmustern … 

 – doch wo ist es geblieben, 

jenes mystische Schloss am Meer – 

 – nurnoch ein Sandschloss am Horizont --- 

Und so gehen wir, 

Arm in Arm durch die Zeit – 

staunend, über jene griechischen Mythen

und die Lieder unserer Zeit … 

Barfuß

waten wir durch den nassen Sand, 

den uns die Flut hinterlassen hat … 

wie Möwenkinder 

am Anfang der Zeit; – 

[   ] 


II


Auf  meinem Sandschloss 

draußen am Meer - hinter dem Horizont, 

lebe ich seit Jahren. Unerkannt. 

Unbenannt 

belasse ich die Zeit in einer ewigen Einheit. 

Zweiheit 

gibt es hier nicht - alles wird eins. 


In meinen Gedanken spanne ich die ganze Welt, 

ohne sie jedoch auseinander brechen zu können. 

Würde ich sie in Händen halten, 

so hätte ich Angst sie könnte zergehen. 

Doch so ist sie sicher. 


In meinem Glashaus 

spinne ich an der Wirklichkeit, 

die sich so doch zur Unendlichkeit ausdehnt. 

Nur jener eine Ort. – 

Nichts ist real. 


In einer Surrealen Zwischenwelt 

betrachte ich den Tag vergehen. 

Es ist zu spät. – 

Noch ist die Sonne nicht untergegangen, 

doch bald 

wird es kein zurück mehr geben. 


In einer Welt, die aus ewiger Gewohnheit 

und haltloser Vertrautheit besteht, 

kann man keine Regeln mehr brechen. 

Im Spiegel meiner Gedanken 

drehe ich mich, doch es nimmt kein Ende. 

Bald wird der Morgen kommen. 



III


in unserem Sandschloss, 

draußen am Horizont 

(draußen am Meer), 

dort wo mich niemand 

sieht und hört 

und alles Leben ewig weilt … 



IV (??)


Die Zeit vergeht und fließt vorbei 

wie Sand, 

dort draußen am Meer 


und unsre Schatten schlagen nochmal aus

entschütteln die Schwingen 

und fliegen davon, 

hinein in die Nacht hinein

mit Düsterherz und schwerem Traum, 

voll Sehnen

so schwer wie Blei [   ] 


(?{)werden sie uns auffangen, 

wenn wir zu Boden stürzen, 

unsre Seelen so grau und schwer/ leer}


?{wenn sie über den Sand schlagen, 

und noch einmal aufprallen …, 

wenn unsere Herzen verzagen

- werden wir der Hoffnung auf Ewigkeit 

auf immer entsagen müssen … }

[   ] 



V


Einstmals, 

als die Berge jung {gewesen} waren

- vor langer Zeit – 

einstmals, 

als die Wälder noch in ihrer Jugend rauschten

und die Bäche klar und rein waren, 

einstmals. 


Nicht immer hatten Einhörner in ihrem Wald gelebt, 

und nicht immer liefen sie in Familien, - 

- woher sie kamen?

Wer hätte das noch zu sagen gewusst … - 

doch sie kamen aus den Bergen. [   ] 


An jenem Morgen kamen sie die Berge herab

gestiegen, 

als wäre es der jüngste Tag, 

der erste von allen, 

als wäre die Erde soeben erst 

unter ihren Hufen erschaffen worden, 

und junger Tau glitzerte auf ihren Hufen, 

spiegelte sich in ihren uralten(, alterslosen) Augen, {/uralt-jungen?} 

unendlich, 

wie auch ihr Fühlen 

für alle Geschöpfe, 

(und) ewiglich, 

wie sie selbst. 


Doch an jenem Morgen 

waren es noch junge Einhörner, 

so als wären auch sie

eben erst der Zeit entstiegen. […] 


Und am Fuß der Berge wartete sie

jenes erste menschliche Wesen, 

das sie erblicken durfte. 

Doch so wie ihre Augen auf die der Einhörner trafen, 

wurde auch ein Teil ihrer Seele

unsterblich. 


Und auch der Einhorn-Mythos 

war an jenem Tag entstanden. 


Denn fortan

wachten sie gemeinsam über den Wald. 


Und kein feindliches Herz

durfte sich ihnen nähern, 

nur vor der sanftesten Hand

scheuten sie nicht aus, 

so groß war ihr Scheu

vor dem wilden, unbändigem dort draußen, 

die Welt beherrschend. 


Und so blieben sie in ihrem Wald, 

wiegten sich in Sicherheit … 

- denn nur wer reinen Herzens war

vermochte sie zu sehen … [   ] 



VI


Einstmals kamen Einhörner über die Welt

in jenem Wald der Stille, 

am ersten Tag. 


Ihre Hufe schimmerten wie Mondlicht, 

ihr Haar wie das feinste Gespinst, 

silberhell, wie ihre Augen 

voll Liebe für alle Geschöpfe. 


Und auch in jener Nacht, 

nach all den Jahrhunderten, 

schimmerten sie wie Silber - 

- als ich sie zuerst erblickte. 


Wie helle Kiesel

klirrten ihre Hufe

auf dem steilen Berghang

- und voll Staunen stand ich, 

wie erstarrt. 


Längst war das Dunkle über die Welt gekommen

und das Reine verloren – 

doch in jener Nacht hätte es auch die erste sein können, 

nach allem was ich wusste. ---/ … 


Denn nichts würde jemals wieder wie zuvor sein. 


Denn ihr Anblick hatte mein Herz verändert

und den Frieden in die Nacht zurück gebracht. 

- Nun brauchte ich den Wald nicht mehr fürchten. 


[   ] 



VII 


Einst ritt ein Prinz 

in der Morgendämmerung ... - 

weiß war sein Mantel, 

weiß von Purpur und Tau ... 

und all die Bäche und Flüsse raunten von ihm, 

während die Nachtvögel von ihm/von seinen Taten sangen; 


sie sangen von seiner Ankunft 

- und wir hörten das Rauschen in den Baumwipfeln - 

lange bevor wir das Wehen seines Mantels sahen --- 


Was bringst du uns? 

Welche Kunde bringst du von fern? 

Doch er schwieg nur, 

und hob die Stille an [   ]. 


VIII. 


Einst ritt ein Prinz in der Morgendämmerung, 

und die grauen Lärchen sangen von ihm; 

weiß war sein Mantel, 

von Purpur und Perlen der Saum 

{oder: 

von Purpur und Perlen 

der Saum im Morgentau glänzte, }

- doch das Staunen der Unschuld 

schien wie ein Stern in seinen Brauen ... 


Vögel und Sterne sangen von ihm, 

und in den Brunnen raunten sie seiner Taten ... 


Einst ritt ein Prinz im Morgendunst, 

und wie tausend Trommeln schlugen die Hufe 

seines weißen Pferdes ... 

Pappelbäume rauschten über ihm 

und Rosenblätter sangen seinen Namen, 

während die Stimmen des Märchens ihn riefen ... 


Wie tausend Sterne 

sah ich das Schimmern auf seinen Brau´n, 

und im dunstverschleierten Morgen 

ritt er auf seinem weißen Pferd, 

während die[/tausend] Pappelbäume über ihm rauschten ... 

[   ] 


IX. 


Lilly Y L

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