Tuesday, November 22, 2022

hinein ins Nichts

 wenn die Dunkelheit dich aufsaugt

und zu einem bloßen Grauen mehr werden lässt

wenn die Verlorenheit dich berührt

und noch verlorener macht

als du jemals warst

(-)

wenn du dich nicht wehrst

und sie dich immer tiefer in den Schlund der Hölle saugt

bis es kein entrinnen mehr gibt ...

das grau wird immer grauer

das schwarz wird immer schwärzer

die Dunkelheit nimmt zu

und die grauen Tannen im grauen Tal

beginnen sich langsam zu wiegen

zum Rauschen des Mühlrads

das sich rückwärts dreht

zurück in die Hölle

dich zurück schleudert

und windend immer tiefer in die Hölle hinab

dies ist dein Tag

dein Tag des grauen Lichts

an dem du endlich triumphierst

über das Leben

Saug es mir aus

oh geliebte Dunkelheit

saug es mir aus [   ]

dass ich nicht mehr schmerzen muss

denn erst wenn mich das Leben verlässt

und die Hölle sich immer schneller dreht

dann hab ich mein Ziel erreicht

jenen Ort der Dunkelheit

wo nur das grau zu Grauen werden kann

das schwarz zu gähnender Leere / Schwärze

das Nichts zur Dunkelheit

und der Fackelschein zum Tageslicht

wo das Feuer der Herzen ewig brennt

und noch tiefer scheint

als die Glut der Seele

als die Liebe

und alles Brimborium

wenn die Liebe endlich verlöscht

und die Dunkelheit ewig brennt

wenn der Fackelschein die Herzen wärmt

wie die grauen Hände der Nacht

wenn es keine Toten mehr gibt

und nur Lebende auf Höllen wandelnd

wenn es kein Leben mehr gibt

doch nur puren Schmerz ...

dann lass uns gehn

lass uns die schwarzen Hände schließen

die Augen öffnen zum grau der Nacht

schwarz wie unsere Seelen

mit Blut benetzt

wie unsere Augäpfel

vom Kuss der Eisendornen

lass uns die blutenden Augen öffnen

vom roten Flimmern der Nacht

lasst und die schwarzen Hände schließen

und gehn fort ins Nichts (/ in die Nacht)

bis uns der Morgen von neuem küsst

mit ewiger Jugend und Tod

bis uns die schwarze Todeskrähe

die [verdorrten \ dorren \ dürren?] Seelen

nun endlich aus der Brust reißt / entreißt

und wir nun endlich (/endgültig?) nichts mehr spürn

(-)

hinein ins Nicht

Lilly Y L  9.8.08

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